Buchpräsentation Vitusbach Nr. 15
Die Buchpräsentation des 15. Vitusbachs am 29. Juli 2026 im traditionsreichen Kleingarten „Land in Sonne“ war weit mehr als eine Vorstellung einer neuen Publikation. Sie wurde zu einem Abend, der die historischen, kulturellen und ökologischen Werte von Natur, Garten und Gemeinschaft eindrucksvoll sichtbar machte.
Ein Abend im Zeichen der Naturgeschichte und Gartenkultur
Schon der Veranstaltungsort setzte den Ton: Die Dauerkleingartenanlage Land in Sonne, die älteste ihrer Art in Kumpfmühl, bot mit ihrer fast hundertjährigen Geschichte den idealen Rahmen für ein Werk, das sich der Gartenkultur des Stadtteils widmet.
Die musikalische Eröffnung durch CathaRani – „eine stimmungsvolle Einlage“ – brachte Ruhe und Aufmerksamkeit in den Raum. Die Harfenklänge von Moinlight ließen die Gäste in die Atmosphäre eines Abends eintauchen, der Natur und Kultur miteinander verband.
„Nach dieser stimmungsvollen Einlage darf ich Sie also ganz herzlich… begrüßen.“
Begrüßung und Einordnung – Gärten als Identitätsträger
Dr. Rainer Girg, Vorsitzender des Geschichts- und Kulturvereins, führte in die Bedeutung der neuen Ausgabe ein. Er erinnerte daran, dass Kleingärten nicht nur Orte des Anbaus sind, sondern Orte der Geschichte, des sozialen Miteinanders und der Identität eines Stadtteils.
Die Anwesenheit zahlreicher Brunnenpreisträger, Autorinnen und Autoren sowie des Oberbürgermeisters unterstrich die Wertigkeit des Projekts.
Grußwort des Oberbürgermeisters – Gärten als kulturelle Schätze
Dr. Thomas Burger würdigte die Arbeit des Vereins und hob hervor, wie sehr der Vitusbach zur Bewahrung und Vermittlung der Regensburger Stadtteilgeschichte beiträgt. Besonders betonte er die Rolle der Gärten als kulturelle und ökologische Schätze:
„Es waren immer nachhaltige Maßnahmen… auch mit Personen und Persönlichkeiten, die etwas zu sagen haben.“
Er erinnerte daran, dass Gärten wie der Bürgerheimpark oder die historischen Hofgärten nicht nur Grünflächen sind, sondern Orte mit Geschichten, die das Stadtbild prägen.
Historischer Schwerpunkt: Der fürstliche Hofgarten in Kumpfmühl
Der Vortrag von Dr. Peter Styra war ein Höhepunkt des Abends. Er nahm die Gäste mit auf eine Zeitreise in die fürstliche Gartenkultur des 19. Jahrhunderts – eine Welt, in der Gemüse, Blumen und exotische Pflanzen in gigantischen Mengen kultiviert wurden.
„Stellen Sie sich vor… Sie hätten das ganze Jahr über frische Bohnen… mitten im Regensburger Winter.“
Die Zahlen beeindruckten:
- 920 Mistbeetfenster
- 50.000–60.000 Maiglöckchen
- 10 Hektar Anbaufläche
- Gewächshäuser für Pfirsiche, Feigen, Gurken und Spargel
Diese historische Dimension zeigt, wie tief die Gartenkultur in Kumpfmühl verwurzelt ist – und wie sie bis heute nachwirkt.
Kleingärten heute – Interview mit Elisabeth Geschka
Im Live-Interview mit Elisabeth Geschka, Vorsitzende der Kleingartenanlage Behnerkeller, wurde die Brücke zur Gegenwart geschlagen.
Sie schilderte eindrucksvoll, warum Kleingärten heute unverzichtbar sind:
- Artenvielfalt
- Klimaregulation („natürliche Klimaanlage“)
- Wasserspeicherung
- Lebendige Gemeinschaften
„Die Gärten… haben ganz viel Tiefe und ganz tiefe Bedeutung.“
Besonders berührend waren ihre persönlichen Einblicke in die Gemeinschaft der Pächterinnen und Pächter – Momente, die zeigen, dass Gartenkultur immer auch Menschenkultur ist.
Der neue Vitusbach – ein Werk über Natur, Geschichte und Gemeinschaft
Der Abschluss des Abends war traditionell dem Verkauf des neuen Vitusbachs gewidmet. Die Ausgabe enthält:
- historische Beiträge
- Interviews
- umfangreiche Bilddokumentationen
- die Geschichte des Charlotte-Brandis-Parks
- die Entwicklung der Kleingartenanlagen
Die Herausgeber, Autoren und das Lektorat wurden mit großem Dank gewürdigt.
„Ich glaube, das ist der Vitusbach mit den schönsten Aufnahmen überhaupt.“
Fazit – Ein Abend, der zeigt, was Gärten bedeuten
Die Präsentation des Vitusbach Nr. 15 machte deutlich: Gärten sind Orte der Erinnerung, der Natur, der Gemeinschaft und der Zukunft. Sie erzählen Geschichten – von fürstlichen Gewächshäusern bis zu modernen Kleingartenanlagen.
Sie verbinden Menschen – über Generationen hinweg. Und sie prägen Regensburgs Identität wie kaum ein anderer Bestandteil des Stadtteils Kumpfmühl.

